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Grunderwerbsteuer neu ab 01.01.2016


Bis Ende 2015 betrug die Grunderwerbsteuer bei Immobilien-Übertragungen innerhalb der Familie 2% vom „3- fachen Einheitswert“ (Bemessungsgrundlage) und es wurde nicht unterschieden, ob die Immobilie verkauft, verschenkt oder vererbt wurde.

Nun wird anstatt des 3- fachen Einheitswertes der in den meisten Fällen wesentlich höhere Grundstückswert (= Wert der gesamten Immobilie) als Bemessungsgrundlage herangezogen. Außerdem ändert sich auch der Steuersatz, der jetzt in 3 Stufen berechnet wird:

Der Stufentarif wird wie folgt berechnet: 

Grundstückswert in €             Steuersatz 

Für die ersten 250.000                 0,5%
Für die nächsten 150.000            2,0%
Darüber hinaus                              3,5%  

Diese Steuersätze gelten bei allen Übertragungen (entgeltlich und unentgeltlich) innerhalb der Familie.

Zur Familie gehören: 

  • Ehegatten/ eingetragene Partner während aufrechter Ehe/ Partnerschaft) oder im Zusammenhang mit der Auflösung der Ehe/ Partnerschaft
  • Lebensgefährten, sofern die Lebensgefährten einen gemeinsamen Hauptwohnsitz haben/ hatten
  • Verwandte oder Verschwägerte in gerader Linie (etwa Kinder, Schwiegereltern, Schwiegerkinder)
  • Stief-, Wahl- oder Pflegekinder oder deren Kinder, Ehegatten oder eingetragene Partner
  • Geschwister, Nichten oder Neffen des Überträgers.


Ermittlung des
Grundstückswertes:

  • Summe des hochgerechneten (anteiligen) 3- fachen Bodenwertes und des Gebäudewertes  („Pauschalwertmodell“)
  • Immobilienpreisspiegel: Dabei sind 71,25 % des anhand des Immobilienpreisspiegels ermittelten Werts als Grundstückswert heranzuziehen.  Ab 2017 ist der zuletzt von der Statistik Österreich veröffentlichte  Immobilienpreisspiegel zu verwenden. Auch hier wird der Grundstückswert mit 71,25 % des ermittelten Werts angesetzt.
  • Nachweis des Verkehrswertes durch ein Schätzgutachten

Achtung: 
Für den Steuersatz relevant sind alle Übertragungen, die zwischen denselben Personen innerhalb von 5 Jahren stattgefunden haben. Diese werden zusammengerechnet, und zwar auch dann, wenn eine Immobilie innerhalb der 5-Jahresfrist durch mehrere Erwerbsvorgänge an dieselbe Person fällt und auch wenn die Übergeber unterschiedlich sind (zB, wenn Vater und Mutter ihre Wohnung, die ihnen jeweils zur Hälfte gehört, zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrem Sohn schenken)
Die Grunderwerbsteuer ist noch vor der Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch fällig. Man kann die Grunderwerbsteuer in Raten auf bis zu 5 Jahre verteilt bezahlen. Hierfür ist ein eigener Antrag notwendig. Bei einer Ratenzahlung erhöht sich die Grunderwerbsteuer um 2% pro Jahr!

Bei einer entgeltlichen Übertragungen ist auch im Familienverband die Frage der Immobilienertragsteuer gesondert zu prüfen!
Die Grunderwerbsteuer und die Eintragungsgebühr im Grundbuch sind vom neuen Eigentümer zu bezahlen. Eine allfällige Immobilienertragsteuer muss derjenige begleichen, der die Immobilie abgibt.

Außerhalb des Familienkreises wird bei der Immobilienübertragung  ab 2016 zwischen unentgeltlichem, teilentgeltlichem und entgeltlichem Erwerb unterschieden. Je nachdem, um welchen Erwerb es sich handelt, fällt auch die Höhe der Steuer aus.